„…Man kann aus vielerlei Gründen gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr sein.
Politische Gründe, moralische.
Es ist unsere Pflicht als Bürger in einer Demokratie,
unseren Abgeordneten und unserer Regierung genau zuzusehen bei ihren Entscheidungen
und unsere Meinung dazu deutlich kundzutun.
Es darf und muss Demonstrationen gegen Auslandseinsätze geben,
es darf und muss Bürger geben, die entweder alle Einsätze kategorisch
oder nur bestimmte Einsätze aus konkreten Gründen ablehnen.
Es darf und muss Bürger geben, deren Pazifismus so unbedingt ist,
dass sie die Armee und den Soldatenberuf abschaffen möchten.
Aber:
So lange wir eine Armee haben,
und so lange Soldaten dieser Armee in unserem Namen in lebensgefährliche Einsätze geschickt werden,
solange haben diese Soldaten ein Recht auf unser aller Mitgefühl,
unser aller Solidarität und darauf,
dass sie sich für die Erfüllung ihrer Pflichten nicht rechtfertigen oder gar schämen müssen.
Denn sie sind unsere Soldaten, ob wir eine Armee wollen oder nicht.
So wie auch Abgeordnete, die wir nicht gewählt haben, dennoch unsere Abgeordneten sind.
So wie parlamentarisch legitimierte Gesetze, die uns persönlich nicht in den Kram passen,
dennoch unsere Gesetze sind, an die wir uns zu halten haben.
Das ist Demokratie.
Und, in Bezug auf unsere Soldaten, menschliches, menschenwürdiges Miteinander.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.“
(Gregor Weber über Soldaten)